World Biofuel Day: Mehr Biokraftstoffe, weniger Abhängigkeit
Versorgungssicherheit: Nachhaltige Biokraftstoffe ersetzen fossile Importe und stärken die heimische Kraftstoffversorgung.
CO₂-Reduktion: Seit 2005 haben Biokraftstoffe im österreichischen Verkehrssektor bereits mehr als 30 Millionen Tonnen CO₂-Emissionen eingespart.
B10 als logischer Schritt: Eine Anhebung der Biodieselbeimischung von B7 auf B10 würde sofort im bestehenden Fahrzeugbestand wirken und den fossilen Kraftstoffanteil weiter reduzieren.
Jedes Jahr am 10. August rückt der World Biofuel Day die Bedeutung nachhaltiger Biokraftstoffe in den Mittelpunkt. Der Aktionstag erinnert an Rudolf Diesel, der im Jahr 1893 zum ersten Mal einen Dieselmotor mit Erdnussöl betrieben hat. Münzer nimmt diesen Tag zum Anlass, um auf den wichtigen Beitrag nachhaltiger Biokraftstoffe zur Stärkung der Versorgungssicherheit und zur Reduktion von CO₂-Emissionen im österreichischen Verkehrssektor hinzuweisen.
Versorgungssicherheit beginnt beim Kraftstoff
Durch den Einsatz erneuerbarer Kraftstoffe konnten im österreichischen Verkehrssektor 2024 insgesamt rund 1,87 Millionen Tonnen direkte CO₂-Emissionen vermieden werden. Addiert man die Jahreswerte, haben Biokraftstoffe seit ihrer Einführung im Jahr 2005 bis einschließlich 2024 bereits mehr als 30 Millionen Tonnen direkte CO₂-Emissionen eingespart.
Österreichischer Biodiesel ersetzt einen Teil des importierten fossilen Diesels und trägt damit zu einer breiteren und widerstandsfähigeren Kraftstoffversorgung bei. Gerade in Zeiten geopolitischer Spannungen und unsicherer internationaler Lieferketten gewinnt diese strategische Funktion zunehmend an Bedeutung.
Eine Anhebung der Biodieselbeimischung von B7 auf B10 würde den Bedarf an fossilem Diesel weiter reduzieren, bestehende heimische Produktionskapazitäten stärker nutzen und die Abhängigkeit Österreichs von Energieimporten verringern. Ewald-Marco Münzer, CEO der Münzer Bioindustrie GmbH, bringt es auf den Punkt: „Unser Kraftstoff muss nicht durch die Straße von Hormus – er kommt aus dem Ölhafen Lobau.“
Hebel für den heutigen Fahrzeugbestand
Anfang 2025 war der österreichische Pkw-Bestand weiterhin klar von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor geprägt. Knapp 87 % der Pkw verfügten über einen konventionellen Antrieb. Darunter rund 2,5 Millionen Diesel-Pkw und knapp 2,2 Millionen Benzin-Pkw. Damit wird deutlich, dass Klimaschutz im Verkehr nicht allein über den Hochlauf neuer Antriebstechnologien erreicht werden kann, sondern auch wirksame Lösungen für den bestehenden Fahrzeugbestand erforderlich sind.
Der Hochlauf der Elektromobilität ist wichtig, wird den bestehenden Verbrennerbestand aber nicht kurzfristig ersetzen. Um die ambitionierten Klimaziele im Verkehrssektor zu erreichen, braucht es daher zusätzlich sofort verfügbare Lösungen für Bestandsfahrzeuge. Die Erhöhung der bestehenden Biodiesel-Beimischung in Österreich von 7% (B7) auf 10% (B10) kann hier einen pragmatischen Beitrag zur Reduzierung fossiler Kraftstoffanteile leisten.
Biokraftstoffe weltweit im Aufschwung
Einige europäische Länder gehen diesen Weg bereits und zeigen, dass eine Beimischungen von B10 bereits heute praxistauglich ist. In Frankreich, Belgien und Portugal wird B10 bereits eingesetzt. Seit 2024 darf B10 auch in Deutschland öffentlich angeboten werden.
Darüber hinaus gehen einige Länder bereits einen Schritt weiter: Brasilien hat die Biodieselbeimischung im Diesel auf B15 erhöht. Malaysia verfolgt die schrittweise Ausweitung seines Biodieselprogramms von B10 auf B20, während Indonesien Anfang 2025 die verpflichtende Einführung von B40 umgesetzt hat.
„Der überwiegende Teil der zugelassenen Fahrzeuge auf unseren Straßen ist schon lange für höhere Biokraftstoffbeimischungen freigegeben. Während international längst Fakten geschaffen werden, verharrt Österreich bei der Beimischung von Biokraftstoffen weiterhin im Stillstand“, betont Ewald-Marco Münzer abschließend.