Wie uns höhere Beimischungen von Biokraftstoffen den Klimazielen einen Schritt näherbringen


04. Februar 2026
  • Wirksamer Klimaschutz im Verkehr: Nachhaltige Biokraftstoffe leisten bereits heute den größten Beitrag zur CO2-Reduktion im österreichischen Verkehrssektor.
  • Ungenutztes Potenzial: Die aktuell erlaubte Biodiesel-Beimischung von 7% bremst Emissionsminderung, heimische Produktion und Versorgungssicherheit
  • B10 als sofort verfügbare Lösung: Eine Anhebung auf 10% Biodiesel senkt Treibhausgase unmittelbar.


Die Emissionen des Verkehrssektors in Europa und Österreich sind weiterhin hoch. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Elektrifizierung allein nicht ausreichen wird, um kurzfristig die notwendigen CO2-Reduktionen zu erreichen. Wer fossile Kraftstoffe wirksam ersetzen will, braucht funktionierende und sofort verfügbare Alternativen.


Biokraftstoffe als Säule der Emissionsminderung

Eine zentrale Rolle spielen dabei nachhaltige Biokraftstoffe. Sie leisten bereits heute einen wesentlichen Beitrag zur Dekarbonisierung des Verkehrs: Allein in Österreich werden durch ihren Einsatz jährlich mehr als 1,6 Millionen Tonnen CO2 eingespart. 

„Wir sagen immer: ergänzen statt ersetzen. Deshalb hat auch der ministerielle Sachstandsbericht über Biokraftstoffe gezeigt, dass in den letzten 20 Jahren, seitdem Biokraftstoffe in Österreich beigemengt werden, bereits 30 Millionen Tonnen an CO2 eingespart wurden. Deshalb muss es auch ein Zukunftsmodell sein.“, betont Ewald-Marco Münzer. 

Neben dem Klimaschutz stärken Biokraftstoffe auch die Versorgungssicherheit und reduzieren die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten. Dennoch bleibt ihr Potenzial bislang weitgehend ungenutzt. Die in Österreich geltende Beimischungsgrenze von 7 Prozent Biodiesel (B7) ist konservativ bemessen und verhindert, dass bestehende heimische Produktionskapazitäten für Biodiesel voll ausgeschöpft werden können. Das führt zu strukturellen Wettbewerbsnachteilen für Produzenten und zu einer geringeren Emissionsminderung, als technisch und praktisch möglich wäre.

Dabei ist nachhaltiger, abfallbasierter Biodiesel eine bewährte Lösung: Er wird in der EU produziert, ist sofort verfügbar und reduziert die Treibhausgasemissionen im Vergleich zu fossilem Diesel um bis zu 90 Prozent. Als kostengünstigste Option zur Verdrängung fossilen Diesels kann er in sämtlichen Dieselfahrzeugen eingesetzt werden - ohne technische Anpassungen oder neue Infrastruktur.


B10: Bewährte Lösung für den Bestand

Aktuell sind in Österreich lediglich 7 Prozent Biodiesel im Kraftstoff erlaubt. Eine Anhebung auf 10 Prozent (B10) mag gering erscheinen, würde jedoch den erneuerbaren Anteil im Kraftstoff unmittelbar erhöhen und die Treibhausgasemissionen pro Liter spürbar senken. Andere Länder gehen diesen Weg bereits: In Frankreich und Portugal sind höhere Beimischungen wie B10 oder B15 etabliert, Deutschland und Irland haben B10 Anfang 2024 eingeführt. Außerhalb Europas sind in Südamerika sogar Beimischungen von B20 oder B30 längst Realität.

Eine Anhebung auf B10 bietet auch in Österreich einen sofort wirksamen und erprobten Hebel zur Senkung der Verkehrsemissionen. Die Produktionskapazitäten sind vorhanden, die Fahrzeuge sind bereit – und die Technologie ist längst im Einsatz. Damit steht ein pragmatischer Schritt zur Verfügung, um Klimaschutz im Verkehr rasch und ohne Umwege umzusetzen.


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