Geplante High-ILUC-Einstufung von Sojaöl - Münzer fordert differenzierte Rohstoffbewertung statt pauschaler Klassifizierung


18. Februar 2026
  • Pauschale Einstufung von Sojaöl als „High ILUC Risk“ greift zu kurz
  • Nebenprodukte aus Landwirtschaft und Eiweißpflanzenanbau sind Teil nachhaltiger Kreislaufwirtschaft
  • Technologieoffenheit und Investitionssicherheit dürfen nicht untergraben werden


Die auf europäischer Ebene geplante Einstufung von Sojabohnen und Sojaöl als sogenannte „High ILUC Risk“-Rohstoffe sorgt in der Branche für wachsende Besorgnis. Ziel der geplanten Neubewertung im Rahmen der EU-Renewable-Energy-Directive (RED) ist es, indirekte Landnutzungsänderungen zu vermeiden und den Schutz von Wäldern, Mooren und kohlenstoffreichen Flächen zu stärken. 

Die Münzer Bioindustrie GmbH, langjähriger europäischer Produzent nachhaltiger, abfall- und reststoffbasierter Biokraftstoffe sowie Teil der europäischen Wertschöpfungskette für erneuerbare Kraftstoffe, sieht eine pauschale und undifferenzierte Einstufung von Sojaöl als High-ILUC-Rohstoff kritisch.

 

Klimaschutz braucht Differenzierung

„Klimaschutz ja – Pauschalbewertung nein“, lautet die klare Position von Münzer. Das Unternehmen lehnt daher eine pauschale undifferenzierte Klassifizierung von Sojaöl als High-ILUC-Rohstoff entschieden ab. Eine generelle Einstufung von Sojaöl greife zu kurz und werde der Realität nachhaltiger Produktions- und Wertschöpfungsketten nicht gerecht. Insbesondere die energetische Nutzung von Nebenprodukten aus dem Eiweißpflanzenanbau, der Grünlandbewirtschaftung und der Tierhaltung sei ein wesentlicher Bestandteil einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft. Die EU muss daher vielmehr diese energetische Nutzung von Nebenprodukten konsequent als strategischen Bestandteil ihrer Energie- und Agrarpolitik verankern.

„Erneuerbare Energie aus landwirtschaftlichen Nebenprodukten muss im Rahmen der Energie- und Klimapolitik klar Vorrang haben. Diese Kreislaufnutzung ersetzt fossile Energie und reduziert Emissionen – sie muss daher konsequent auf Klimaziele angerechnet werden“, betont Ewald-Marco Münzer, CEO der Münzer Bioindustrie GmbH. Gleichzeitig dürften regulatorische Hürden für die Nutzung organischer Reststoffe nicht weiter verschärft werden.

 

Rohstoffbasis und Technologieoffenheit entscheiden über Klimaziel 2040

Vor dem Hintergrund des von den EU-Mitgliedstaaten beschlossenen Klimaziels 2040 – einer Reduktion der Treibhausgasemissionen um bis zu 90 Prozent gegenüber 1990 – sei ein breiter, faktenbasierter und technologieoffener Ansatz unerlässlich. Nur differenzierte Bewertungsmaßstäbe und verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen für nachhaltige Rohstoffpfade könnten die notwendigen Investitionen und Innovationen ermöglichen.

„Wir bekennen uns klar zu ambitionierten Klimazielen, insbesondere mit Blick auf das EU-Klimaziel 2040. Entscheidend ist jedoch, dass regulatorische Instrumente sachlich, faktenbasiert und differenziert ausgestaltet werden. Eine pauschale Einstufung von Sojaöl als High ILUC Risk sendet im Hinblick auf die Erreichung dieser Ziele das falsche Signal“, so Ewald-Marco Münzer abschließend.


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