Altspeiseöl als Schlüsselrohstoff für erneuerbare Kraftstoffe


10. Februar 2026
  • Schlüsselrohstoff: Altspeiseöl gewinnt durch steigende Nachfrage massiv an Bedeutung für erneuerbare Kraftstoffe
  • Hohe CO2 Einsparung ohne Systemwechsel: Biodiesel aus Altspeiseöl ersetzt fossilen Diesel direkt und reduziert Treibhausgasemissionen deutlich
  • Kleine Tropfen, große Wirkung: Richtige Entsorgung schützt Umwelt und Infrastruktur 

Altspeiseöl entwickelt sich rasant zu einem der wichtigsten Rohstoffe für erneuerbare Kraftstoffe in Europa. Verschärfte gesetzliche Vorgaben, ambitionierte Klimaziele und der Ausbau von Biodiesel-, Hydrotreated Vegetable Oil (HVO)- und Sustainable Aviation Fuel (SAF) -Kapazitäten treiben die Nachfrage deutlich nach oben. Gleichzeitig ist das Angebot begrenzt, denn Altspeiseöl steht nur dann zur Verfügung, wenn es richtig gesammelt wird. 

Europäische Vorgaben treiben Nachfrage

Die europäischen Regelungen zur Förderung erneuerbarer Kraftstoffe (RED II/III) setzen gezielt auf Biokraftstoffe aus Abfällen und Reststoffen. Altspeiseöl nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein, da es nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion steht und besonders hohe Treibhausgaseinsparungen ermöglicht. 

Europa ist bereits heute der weltweit größte Absatzmarkt für Altspeiseöl. Länder wie die Niederlande, Deutschland, Italien, Spanien und das Vereinigte Königreich treiben mit steigenden Beimischungs- und Emissionsminderungsquoten die Nachfrage weiter an. Gleichzeitig wächst der Bedarf auch in der Luftfahrt: SAF macht Altspeiseöl zunehmend zu einem strategischen Rohstoff über den Straßenverkehr hinaus. 

Der entscheidende Faktor bleibt jedoch die Verfügbarkeit. Der Verbrauch von Altspeiseöl ist unmittelbar an die tatsächlich gesammelte Menge gekoppelt. In gut organisierten Märkten liegt die realistische Sammelquote bei rund 85%. 

Vom Küchenreststoff zum Klimaschützer 

Der aus Altspeiseöl hergestellte Biodiesel ersetzt fossilen Kraftstoff und spart demgegenüber bis zu 93 Prozent der Treibhausgasemissionen. „Seit knapp zwei Jahrzehnten werden in Europa und auch in Österreich Biokraftstoffe den fossilen Kraftstoffen beigemengt. Dadurch werden pro Jahr 1,87 Mio. Tonnen CO2 eingespart“, unterstreicht Ewald Marco Münzer, geschäftsführender Gesellschafter der Münzer Bioindustrie GmbH. Damit zählt Altspeiseöl zu den effizientesten verfügbaren Rohstoffen zur sofortigen Dekarbonisierung des Verkehrs.

Ob in Haushalten, Gastronomie oder Großküchen – der Beitrag beginnt in jeder Küche. Wird Altspeiseöl unsachgemäß entsorgt, kann es in Abwassersystemen zu massiven Ablagerungen und Schäden kommen. Eine kontrollierte und sortenreine Sammlung verhindert diese Belastungen und ermöglicht gleichzeitig die hochwertige Verwertung als erneuerbarer Rohstoff. Einfache Sammellösungen und gut erreichbare Sammelstellen wie jene von Münzer sind daher zentral, um das vorhandene Potenzial voll zu nutzen.


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